Bioladen in Posterstein (4626, Altenburger Land)

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Bioladen in Posterstein (4626)

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Allgemeines über einen Bioladen

Ein Bioladen (ebenfalls bekannt als: Naturkostladen oder Biogeschäft) ist ein Nahrungsmittelgeschäft, dessen zum Verkauf dargebotene Fabrikate aus umweltfreundlicher Verarbeitung und ökologischer Landwirtschaft herkommen.

Neben Esswaren, bei welchen der Fokus auf Naturkost liegt, werden häufig auch Reinigungs- und Körperpflegemittel, Bekleidung und sowie Erzeugnisse des täglichen Bedarfs angeboten – essentielle Bedingungen dabei sind eine bevorzugt geringe Schadstoffbelastung der angebotenen Produkte ebenso wie deren umweltgerechte Produktion. Die Esswaren kommen fast alle aus ökologischem Ackerabbau. Gewöhnlich angebaute Lebensmittel werden fast nie in Bioläden angeboten; falls doch, dann sind sie in der Summe gekennzeichnet. Gentechnisch manipulierte Lebensmittel sind in Bioläden nicht zu finden.

Geschichte von den Bioläden in der Bundesrepublik Deutschland

70er Jahre

Bioläden entfalten sich am Anfang der 1970er-Jahre zunächst in größeren Städten. In dieser Zeit verkauft ein Bioladen besonders vegetarische Lebensmittel aus gewöhnlicher Erzeugung, die von den Käufern häufig selbst aus Säcken oder Kartons entnommen werden mussten. Hinzu kam ein Angebot von Produkten, welche mit einem alternativen Lebensstil verbunden werden: Räucherstäbchen, Henna, Umweltschutzpapier, Kerzen, Bücher und Broschüren. Ein Hauptprodukt dieser Phase war das selbst gemischte Müsli. Im Laufe der 70er Jahre entfalteten sich die Bioläden zu kommunikativen Sammelpunkten, die die Basisarbeit verschiedener politischer Bürgerinitiativen und Gruppen als Verstärker unterstützten.

80er Jahre

Nachdem die Menge der Geschäfte auf mehr als 1000 Verkaufsorte angewachsen war, konzentrierten sich eine große Anzahl Inhaber auf ein verbessertes Erscheinungsbild und effizienteres Arbeiten. Hierbei öffneten sich die Geschäfte verstärkt auch dem Normalkunden. Unter Einsatz von Zusammenschlüssen probierte die Szene, sich als Industriebranche zu präsentieren und in Öffentlichkeitsarbeit, Warenbeschaffung und Fortbildung zusammenzuarbeiten. Auch erstmalige Qualitätskontrollen der Produkte wurden gemeinsam organisiert.

1990-Jahre

Die Professionalisierung der Bioläden führte in den 1990er-Jahren endgültig zu einer Neupositionierung: Nur wenige Bioläden blieben dem Image der 1970er verpflichtet, die meisten verstanden sich eher als beratungsstarke Fachgeschäfte für ökologisch erzeugte Produkte.

nach 2000

Das Produktangebot wurde erweitert und besser dem Kundenbedürfnis angepasst, sowie mit einer fachkundigen Beratung weiter ergänzt. Vermehrt eröffnen Bioläden und Bio-Supermärkte mit Käse- und Fleischtheke und integrierter Ökobäckerei. Darüber hinaus greifen mehrere Biogeschäfte das Konstrukt vom Lieferservice auf und bieten ihren Kunden schon kombinierte Kisten mit Gemüse samt Rezepten.

Ungleichheit zwischen Bioläden und Reformhäusern

In Bioläden sind Esswaren aus nicht-ökologischer Agrarwirtschaft gegenwärtig der Ausnahmefall. In Reformhäusern wiederum steht die Einhaltung der Vorgaben der „Vereinigung Deutscher Reformhäuser e.G.“ im Zentrum des Geschäftsmodells.

Das Angebot soll Artikel der ernährungsphysiologisch wertvollen und gesunden Ernährungsweise und Körperpflege umfassen, deren Wirkstoffe aus natürlichen Ursprung stammen. Die Lebensmittel stammen normalerweise aus der biologisch-dynamischen Agrarwirtschaft.

Außerdem finden sich in Reformhäusern sogenannte Nahrungsergänzungsmittel (Vitamintabletten, Omega-3-Fettsäure-Kapseln etc.), die in Bioläden gewöhnlich nicht veräußert werden oder wenigstens nur in geringer Auswahl vorhanden sind, ebenso wie viele Produkte, die nicht der Norm der Vollwerternährung nachkommen. Ein Hauptaugenmerk der Reformhäuser liegt traditionell auf diätetischen Lebensmitteln.

Da etliche aus der Lebensreformbewegung selbst den Verbrauch von Alkohol ablehnen, sind ähnliche Waren in Reformhäusern nicht zu finden. In Bioläden findet sich dagegen desöfteren ein Regal mit Wein aus ökologischem Anbau.