Bioladen in Lautert (56355, Rhein-Lahn-Kreis)

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Bioladen in Lautert (56355)

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Allgemeines über einen Bioladen

Ein Bioladen (ebenfalls bekannt als: Biogeschäft oder Naturkostladen) ist ein Nahrungsmittelgeschäft, dessen zum Vertrieb angebotene Produkte aus ökologischer Landwirtschaft und umweltfreundlicher Verarbeitung herkommen.

Neben Esswaren, bei welchen der Fokus auf Naturkost liegt, werden oft auch Reinigungs- und Körperpflegemittel, Bekleidung und sowie Erzeugnisse des täglichen Bedarfs angeboten – bedeutende Kriterien derbei sind eine bevorzugt marginale Schadstoffbelastung der angebotenen Waren als auch deren umweltgerechte Erzeugung. Die Nahrungsmittel resultieren annähernd sämtlich aus ökologischer Landwirtschaft. Herkömmlich angebaute Nahrung wird fast nie in Bioläden angeboten; wenn doch, dann sind sie generell gekennzeichnet. Gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel sind in Bioläden nicht zu finden.

Geschichte von den Bioläden in der Bundesrepublik Deutschland

1970-Jahre

Bioläden entfalten sich zu Beginn der 1970er-Jahre zunächst in größeren Städten. In dieser Zeit verkauften Bioläden besonders vegetarische Esswaren aus klassischer Fertigung, die von den Käufern häufig selbst aus Kartons oder Säcken entnommen werden mussten. Hinzu kam ein Angebot von Produkten, die mit einem alternativen Lebensstil verbunden werden: Räucherstäbchen, Henna, Umweltschutzpapier, Kerzen, Bücher und Broschüren. Ein Kernprodukt jener Periode war das selbst gemischte Müsli. Im Laufe der 70er Jahre entfalteten sich die Bioläden zu Sammelpunkten der Kommunikation, welche die Basisarbeit unterschiedlicher politischer Bürgerinitiativen und Gruppen als Multiplikatoren unterstützten.

1980-Jahre

Nachdem die Anzahl der Geschäfte auf mehr als 1000 Verkaufsstellen gewachsen war, konzentrierten sich viele Inhaber auf effizienteres Arbeiten und ein verbessertes Erscheinungsbild. Dadurch öffneten sich die Läden vermehrt auch dem Normalkunden. Mithilfe von Zusammenschlüssen probierte die Szene, sich als Industriezweig zu darzustellen und in Öffentlichkeitsarbeit, Warenbeschaffung und Fortbildung zusammenzuarbeiten. Auch erstmalige Qualitätskontrollen der Produkte wurden gemeinsam organisiert.

90er Jahre

Die Professionalisierung der Biogeschäfte führte in den 1990er-Jahren endgültig zu einer Neupositionierung: Nur wenige Bioläden blieben dem Image der 1970er verpflichtet, die meisten sahen sich eher als beratungsstarke Fachgeschäfte für ökologisch erzeugte Produkte.

nach 2000

Das Produktangebot wurde erweitert und mehr dem Bedürfnis der Kunden angepasst, ebenso wie durch eine fachkundige Konsultation weiter ergänzt. Verstärkt eröffnen Bioläden und Bio-Supermärkte mit Käse- und Fleischtheke und integrierter Ökobäckerei. Zudem greifen zahlreiche Bioläden das Konzept vom Lieferservice auf und bieten ihren Kunden schon zusammengestellte Gemüsekisten mit Vorschlägen für Rezepte.

Ungleichheit zwischen Reformhäusern und Bioläden

In Biogeschäften sind Lebensmittel aus nicht-ökologischer Agrarwirtschaft gegenwärtig der Ausnahmefall. In Reformhäusern hingegen steht die Einhaltung der Richtlinien der „Vereinigung Deutscher Reformhäuser e.G.“ im Zentrum des Geschäftsmodells.

Das Angebot soll Artikel der gesunden und ernährungsphysiologisch wertvollen Ernährung und Gesundheitspflege beinhalten, deren Wirkstoffe aus natürlichen Ursprung stammen. Die Lebensmittel stammen gewöhnlich aus der biologisch-dynamischen Agrarwirtschaft.

Darüber hinaus finden sich in Reformhäusern Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäure-Kapseln, Vitamintabletten etc.), die in Bioläden normalerweise nicht verkauft werden oder wenigstens nur in geringer Auswahl vorhanden sind, sowie zahlreiche Produkte, welche nicht den Grundsätzen der vollwertigen Ernährung nachkommen. Ein Schwerpunkt der Reformhäuser liegt klassisch auf diätetischen Nahrungsmitteln.

Da viele aus der Lebensreformbewegung selbst den Gebrauch von Alkohol ablehnen, sind solche Waren in Reformhäusern nicht zu finden. In Bioläden findet sich dagegen häufig ein Regal mit Wein aus ökologischer Produktion.